Slow Sex, der kleine Ratgeber für Sie und Ihn

Vermutlich hast du schon mal von Slow Sex gehört, sonst wärst du nicht auf dieser Seite. Hinter diesen Worten steckt auf jeden Fall mehr als “langsamer Sex”. 

In diesem Ratgeber findest du alles was du wissen musst, um mit deinem Partner in Slow Sex einzusteigen. 

Wir beschäftigen uns schon viele Jahre mit dem Thema und finden immer wieder Neues heraus, was wir an dieser “Art” des sich liebens wertschätzen… 

In diesem kleinen Ratgeber möchten wir dir das wichtigste von Slow Sex mit auf den Weg geben. Mit wertvollen Tipps und Erfahrungen aus der Sicht eines Mannes und einer Frau. 

Ein kleines Experiment (bitte ausprobieren)

Bevor wir in das Thema Slow Sex einsteigen, möchten wir, dass du eine kleine Übung machst, anhand der du am eigenen Leib erfahren kannst, was Slow Sex wirklich ist und warum es sich lohnt. 

So, los gehts mit Teil A :
Reibe jetzt mit deinem Finger an einer Stelle an deinem inneren Unterarm ganz schnell hin und her, bis es richtig heiß wird. Dann nimm einen anderen Finger und streichle ganz langsam und behutsam diese Stelle. Was fühlst du?

Teil B:
Jetzt nimm deinen anderen inneren Unterarm, und versuche so gut es geht mit deiner Aufmerksamkeit in das Gefühl dieses Körperteils zu gehen. Nimm dir dafür einen Moment zeit. Dann streichle mit einem Finger deiner anderen Hand ganz langsam deinen Unterarm. Was fühlst du jetzt?

Die meisten Menschen fühlen an dem Unterarm wo sie sich gerieben haben, etwas taubes und unsensibles. An der Stelle wo nur die Aufmerksamkeit hingelenkt wurde, gibt es ein viel feineres und tieferes Fühlen der Berührung.

Bei diesem Beispiel ist A der herkömmliche Sex, wo viel Reibung geschieht – meist zwischen Vagina und Penis, wo es ziemlich heiß wird und wo auf ein Ziel hingearbeitet wird. 

Teil B ist Slow Sex oder auch tantrischer Sex, wo durch Achtsamkeit und Entspannung ein höheres Potential an Bewusstheit und damit mehr Gefühl im gegenwärtigen Moment entsteht.

Wir sehen Slow Sex so, als würde man Sex und Meditation miteinander vereinen und dadurch erhält man wesentlich mehr als nur besseren Sex.

“Die Leute sind viel zu erregt, um wirklich guten Sex zu haben”

Diana Richardson

Falls du mit deiner Freundin oder deinem Freund Slow Sex üben möchtest, dann empfiehlt es sich, dass beide Partner den ganzen Text lesen um auch etwas über das andere Geschlecht zu erfahren.

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Slow Sex für Männer

“Du musst ein guter Liebhaber sein!”

Ich und auch viele andere Männer machen sich einen enormen Druck, dass sie gute Liebhaber sein müssen. Da spielen bewusste oder unbewusste Ideen über das Mann sein eine große Rolle. z.B. der Penis sollte immer hart sein und es muss viel getan werden um die Frau zu befriedigen. Das schafft einen großen Druck auf uns Männer und wir gehen schon mit einer gewissen Grundspannung in den Sex hinein.

Ich habe bei mir bemerkt, dass ich durch diese Glaubenssätze viel Bewegung und Anspannung in meinem Körper bringe und vor allem, dass ich dadurch immer einem Ziel nachjage, nämlich die Frau zu befriedigen. Oder es gibt auch den Fall, dass ich meinem eigenen Orgasmus nachjage und dadurch meine Präsenz im gegenwärtigen Moment verliere.

Im Slow Sex geht es genau darum, inneren Glaubensätze aufzudecken, bewusst zu machen und loszulassen. Dadurch kannst du dich immer mehr in den Moment mit der Frau entspannen. 

Das klingt erstmal komisch, aber beobachte deinen Geist beim Liebe machen 😉

Regelmäßige Meditation kann dabei helfen.

Sensibilisiere dich wieder

Ja wir Männer haben es vermutlich einfach nicht besser gelernt. Viele meiner Freunde und auch ich haben schon früh Pornos konsumiert, um sich zu stimulieren, abzureagieren, Spannungen loszuwerden usw… Ständig werden wir mit sexuellen Bildern konfrontiert – in Werbung und Co. Wenn es keine Bilder in der äußeren Welt sind, dann sind es sexuelle Fantasien in der inneren Welt, die einen rastlos werden lassen.


Nicht nur aus diesem Grund sind wir Männer in einem Art dauer erregtem Zustand, aus dem wir uns durch Entladung befreien wollen. Bei vielen Männern führt diese emotionalle Dauererregung und die damit gesuchte (kurzzeitige) Entspannung, bei der Entladung beim Ejakulieren,  auch dazu, dass der Sex mit der Frau nicht lange dauert.

Wenn man einer Studie mit über 500 Paaren glaubt, dauert der durchschnittliche Sex nicht einmal 6 Minuten.

So eine kurze Zeit, die dazu noch von viel Anspannung und Druck geprägt ist, reicht nicht aus um vollkommen in dir anzukommen und die Energie, die durch deinen Penis fließt, der Frau zu schenken.

Der Penis ist durch diese andauernde Erregung nicht mehr sehr sensibel. Man spricht auch von einem emotionalem Penis, der ständig auf der Suche nach Stimulation und Entladung ist. Ein solcher Penis spürt nur noch etwas, wenn viel Reibung, Erregung und Hitze erzeugt wird. Vergleiche mit dem Experiment Teil A. Doch auf Dauer wird der Penis in seiner Sensibilität taub und abgestumpft.

Deshalb ist es außerordentlich wichtig, dass du als Mann wieder einen Zugang zu deinem Gefühl innerhalb deines Penis bekommst. Das kann zu Beginn gar nicht so einfach sein und es kann auch erst mal viel Taubheit dort vorgefunden werden.

Mein Vorschlag: Gehe in deinem Alltag immer wieder mit deiner Aufmerksamkeit in dein Beckenboden (Zwischen Anus und Penis) und spüre zusätzlich bewusst in deine Hoden und in deinen Penis hinein.

Über dies ganz besonders dann, wenn du mit deiner Frau Sex hast. Spüre deinen Penis von innen. Spüre die Energie in deinem Penis – gehe mit deiner Aufmerksamkeit dort hinein, denn dort findet Sex wirklich statt. Es ist nicht in deinem Kopf und der Übererregung, oder in Bildern. Es findet in deinem Körper statt.  

Wenn du merkst, dass du beim Sex sehr schnell wirst und das Gefühl für dein Penis verlierst und eben dem Orgasmus oder dem Drang eine Performence abzulegen hinterher jagst, dann werde wieder langsamer. Lass deine Aufmerksamkeit wieder nach unten in deinen Penis und dein Perineum absinken.

Wenn du mit deiner Aufmerksamkeit dort verankert bist, dann kannst du auch diese unglaublich schöne Energie und Textur der Vagina deiner Frau spüren und ihr deine männliche Kraft über deinen Penis senden und ihre weiblichen, göttlichen Energien aufsaugen. Wenn du das einmal gekostet hast, dann willst du eigentlich gar nichts mehr anderes. 

Übe das immer und immer wieder und die Sensibilität in deinem Penis wird langsam zurückkehren  – es wird dir immer leichter fallen.

Erfahrung sammeln: Nehme dir bei den nächsten 3 mal Liebe machen vor, dass du weniger tust und weniger Reibung erzeugst, aber dafür deine Aufmerksamkeit umso mehr in deinen Penis und dein Perineum bringst. Das braucht auch ein wenig Willenskraft, aber gleichzeitig darfst du dich dabei entspannen. 

Deine Frau will keinen Sex mehr

Oft ist es so, dass vor allem in längeren Beziehungen die Frau immer weniger Sex möchte als der Mann. Ein Grund kann eben genau darin liegen, dass der Mann einfach zu schnell ist und die Frau eigentlich nur benutzt um seine Spannungen und seinen Orgasmus abzuladen, um sich endlich ein wenig entspannen zu können. 

Wenn du ein aufrichtiger Mann bist, dann kannst du dir das vielleicht eingestehen und deiner Frau sagen, dass du etwas anderes probieren möchtest. 

Und ich sage dir, jetzt schon, dass deine alten Gewohnheiten dir in die Quere kommen werden. 

“Wenn der Liebesakt beginnt, wird die Liebe von dem Genuss, der Erregung oder der Lust auf den Orgasmus überschwemmt.” 

Barry Long – australischer Tantra Meister

Was dir beim Liebe machen helfen wird, ist, dass du immer wieder aus deinen Fantasien – die Erregung schaffen –  in deinen Körper hinein spürst. 

Gehe mit deiner Aufmerksamkeit in das Gefühl deines Penis (ich kann es nicht oft genug sagen 🙂 und entspanne dabei deinen Anus. Denn viele aufgestaute Spannungen sammeln sich im Anus.

Sei beim Sex “cool” 

Wenn du die Art Sex zu haben änderst, in eine “coole” Art, in der du entspannt bist und nicht auf den Orgasmus fixiert, dann wird sich etwas in deinem Leben ändern. Du wirst mehr Energie zur Verfügung haben und du wirst dich geerdeter und verankerter im Hier und Jetzt fühlen – und du wirst viel mehr Nähe und weniger Streitereien mit deiner Frau erfahren.

Beim herrkömmlichen Sex geht es oft darum, durch Erregung und Reibung viel emotionale Hitze zu erzeugen und auf einen Höhepunkt hinzuarbeiten – hier wird die Energie nach unten entladen. 

Es fühlt sich erst mal sehr intensiv und toll an, aber aus Erfahrung weiß ich, dass danach, vor allem beim Mann ein Gefühl der Leere und Erschöpfung entstehen kann. Meine Frau ist danach auch wenig anziehend und ich will meine Ruhe haben…

So, was ist denn nun der coole Sex?

Nimm dir Zeit und lasse die Erregung langsam ansteigen. Sagen wir der Orgasmus ist 100 Grad von Erregung, dann versuche mal deine Temperatur beim Sex nur auf maximal 70 Grad ansteigen zu lassen. 

Diest tust du, indem du immer wieder abkühlst. 

Nimm ein paar tiefe Atemzüge, wenn du das Gefühl hast über die 70 Grad hinaus zu gehen. Spüre wieder bewusst in dein Penis hinein, werde langsamer, oder lasse deine Bewegungen sogar ganz still werden und entspanne dich. Du musst nirgendwo hinkommen – alles ist in diesem Moment super, auch wenn du nicht gleich einen feurigen Orgasmus hast. 

Du kannst natürlich damit experimentieren – wenn meine Frau und ich sehr müde sind, dann haben wir z.B. sehr entspannten Sex und die metaphorische Temperatur bleibt dann sehr niedrig. In manch anderen Momenten wird es dann wieder heißer – ja und manchmal auch die 100% – das ist gar kein Problem. 

Sammle deine Erfahrungen und experimentiere mit dem “coolen” Sex!

Die Kunst der bewussten Penetration

Wenn du die Vagina beim Sex das erste mal “betrittst” dann kannst du einmal üben, so langsam wie es dir möglich ist, in sie hinein zu gleiten. Denn wenn du den Sexakt schon mit Langsamkeit und Achtsamkeit beginnst, wird es dir wesentlich leichter fallen auch danach eine erhöhte Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten. 

Was du zudem üben kannst ist, dass du die Vagina, während deine volle Aufmerksamkeit in deinem Penis weilt, penetrierst. Du wirst merken, durch deine Achtsamkeit in der Bewegung wirst du automatisch langsamer werden. 

Zudem kannst du, wenn dein Penis ganz tief in der Vagina ist, ein paar Atemzüge nehmen und die Energie deiner Frau spüren und gleichzeitig mit deiner Aufmerksamkeit in deinem Penis sein, bevor du erneut penetrierst. 

Manchmal kann es ein Genuss sein, einfach für eine längere Zeit ganz tief in der Vagina still zu verweilen, aber mit deiner vollen Aufmerksamkeit und Präsenz dabei zu sein. Das ist kein Moment um einzuschlafen oder in Gedanken abzudriften… 😉

Das ist deine männliche Präsenz – deine Frau wird dich dafür Lieben!

Mache keine Technik aus Slow Sex

Wir Männer lieben es Techniken zu haben und zu wissen wie man es wirklich richtig macht. Ich möchte dir sagen, mache keine neue Technik aus Slow Sex. Es ist keine Technik, es ist eine Form der Achtsamkeitsübung.  Ja, zu Beginn kannst du die Hinweise von oben wirklich wie eine Technik anwenden. Um deine alten Gewohnheiten zu durchbrechen und dir ihrer bewusst zu werden. Aber dann lasse auch wieder alles los und habe deinen Fokus eher darauf, anwesend zu sein und durch deinen Körper präsenz und liebe auszudrücken. Das klingt sehr abstrakt, aber du wirst es mit der Zeit erfahren und ein Gefühl dafür bekommen…

Ejakulation – Ja oder Nein?

Ich möchte nur ganz kurz auf dieses Thema eingehen, denn man kann darüber endlose Debatten führen. Der beste Ansatz unserer Meinung nach ist es, keinen besonderes Ziel zu verfolgen. Also es geht nicht darum den Orgasmus zu vermeiden, und auch nicht darum ihn hervorzurufen. Du kannst immer wieder beim Sex prüfen, ob du dich gerade in den Moment hinein entspannst oder ob es in dir einen Drang gibt (dieser kann manchmal sehr subtil sein) einen Orgasmus zu “machen”, oder haben zu wollen.

Also wenn ein Orgasmus passiert, dann wunderbar und wenn nicht, dann ist es auch wunderbar. Was viel wichtiger ist, ist nicht etwas zu bekommen sondern zusammen zu sein.  Dies ist eine Haltung ohne Anhaftung an dieses oder jenes, die du kultivieren kannst, indem du dich in den Moment hinein entspannst und im Hier und Jetzt anwesend bist, so gut es dir möglich ist. 

Die heilende Präsenz deines Penis

Je mehr es dir gelingt im gegenwärtigen Moment mit deinem Penis in der Frau präsent zu sein, desto mehr wird sich dein Penis in einen heilenden und liebenden Magneten transformieren. Je weniger die Getriebenheit nach einem Orgasmus, die Erregung und das Abdriften in Bilder- und Gedankenwelten in dir wirken, desto mehr wirst du in der Lage sein deine Frau zu lieben. Es können sogar alte emotionale Wunden in dir oder in deiner Frau berührt werden und geheilt werden, wenn ihr dem was auftaucht Raum gebt und damit still seid.

Es kann für dich als Man ein großes Geschenk sein, wenn dein Penis das Herz deiner Frau berührt und Tränen, auf Grund der Liebe die sich entfaltet, fließen können.

8 Tipps die du als Mann sofort anwenden kannst um Slow Sex zu üben

  1. Nimm dir Zeit für das Liebesspiel; erlaube dir Langsamkeit
  2. Führe deinen Penis mit viel Achtsamkeit und langsam in die Vagina deiner Frau ein
  3. Entspanne die in den Moment hinein ( du kannst deinen Körper abscannen, wo Anspannungen sitzen und diese bewusst entspannen)
  4. Atme immer wieder tief in deinen Bauch hinein. Das verteilt die sexuelle Energie und lässt dich dadurch auch länger durchhalten
  5. Nimm dir immer wieder einige Momente Zeit um deinen Penis von innen her zu spüren. Wenn es dir hilft halte dafür tief in der Vagina deiner Frau inne und sei für ein paar Atemzüge bewegungslos.
  6. Mache aus dem ganzen nichts ernstes – habe Freude an deiner Frau, an der körperlichen Berührung und an dir selbst.
  7. Gehe mit deiner Aufmerksamkeit immer wieder nach unten und innen in deinen Körper und deinen Penis hinein. Könnte ich nicht oft genug wiederholen 🙂
  8. Verfolge kein Ziel! Beobachte deinen Geist, der oftmals doch immer wieder versucht etwas zu erreichen, abzudriften oder irgendwo hin zu gehen. Hole dich behutsam zurück in den Moment in dem du in deinen Körper hinein spürst.

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Slow Sex für Frauen

“Innen und unten”

Normalerweise sind wir Frauen konditioniert in der körperlichen Begegnung mit dem Mann mit unserer Aufmerksamkeit außen und oben (d.h. in unseren Vorstellungen, Wünschen und Idealbildern) zu sein. Beschäftigt damit, alles richtig zu machen, um dem Mann zu gefallen und eine gute Liebhaberin zu sein. Außerdem wird dieser Sog nach oben genährt von Bildern und Vorstellungen wie die Begegnung “gut” aussieht und wie du die Auszeichnung “erfolgreich” erhaschen kannst. Dieses unsichtbare Tun bzw. dieser automatische Film erzeugt einen enormen Druck in der Frau und lässt sie nicht entspannen. Du bist fixiert auf den Mann und auf den Erfolg beim Sex. Es scheint, als braucht die Frau diese Selbstbestätigung, um sich geliebt und wertvoll zu fühlen. Es kann sogar so tief gehen, dass sie diese Bestätigung durch den Mann braucht, um sich existenzberechtigt zu fühlen.

Doch büßen wir mit dieser Konditionierung die ganz natürliche Erfüllung ein, die wir berühren, wenn unsere Aufmerksamkeit innen und unten im Körper ist. 

Es braucht also deine Anwesenheit in deinem Becken, um das Gefühl der Verbundenheit mit deinem weiblichen Schoß zu entdecken. Auch wenn du auf unangenehme Empfindungen wie z.B. emotionalen oder körperlicher Schmerz, Traumata, Scham etc. triffst – vertraue, dass es sich lohnt mit deiner Aufmerksamkeit und Liebe dich diesem Ort in dir zuzuwenden und dort zu verweilen.

Lass dich von der Motivation leiten, dass du dadurch wieder in Kontakt mit deinem weiblichen Schoß kommst. Und als ganz natürliche Folge davon in Kontakt mit deiner ursprünglichen Lust, Leidenschaft und Wildheit sein kannst. 

Lerne in kleinen Schritte direkt zu empfinden, was du in deiner Körperlichkeit und Sinnlichkeit wahrnimmst und fühlst. Du bist eine Frau und dein Becken ist in seiner Natürlichkeit voller Wonne und fließender Liebe. 

Es ist hilfreich deine Hände auf deinen Unterbauch zu legen und deine ganze Aufmerksamkeit auf das ein-und ausatmen zu richten. Atme bewusst nach unten in dein Becken und unterstütze dich durch die Wärme und Empfindung deiner Hände.

Du kannst auch deinen Partner bitten, dass er seine Hände auf deinen Unterbauch legt und ihr zusammen mit eurer Aufmerksamkeit in diesen Ort atmet und du dich mitteilst, was du dabei empfindest bzw. was dich Innen und Unten bewegt, was du für Bedürfnisse hast, was du brauchst, um diesen Ort zu nähren.

Beim Sex ist es wichtig mit deiner ganzen Aufmerksamkeit in den Empfindungen deiner Vagina zu sein. Sei neugierig wie sich diese Innere Höhle anfühlt. Interessiere dich für den Zustand deiner Schleimhäute in der Vagina. Gibt es Stellen die taub sind oder schmerzhaft? Verabrede mit deinem Partner, dass ihr Pioniere seid und dieses Innere Zentrum erkundet. 

Du kannst dich dabei die Berührung des Penis in dir nutzen. Du wirst entdecken, dass selbst wenn beide Körper bewegungslos sind, ganz viel im Austausch zwischen Penis und Vagina geschieht. Das unterstützt dich in deinem Becken anwesend zu sein.

Die Frau hat sich dem Mann angepasst

Die Anpassung der Frau an den Mann über lange Zeiträume, hat sie von ihrer ursprünglichen und natürlichen Sexualität entfremdet. Aus Angst verlassen zu werden, allein nicht überleben zu können und die Kraft und Macht nur im Mann zu sehen etc., hat die Frau Strategien entwickelt, sich dem Mann in der Sexualität anzupassen.

Das heißt sie hat keinen oder wenig Zugang zu ihrer rezeptiven, empfänglichen Seite, in der ihre Vagina und Sinnlichkeit vollkommen entspannt und offen, die männlichen Energien des Penis einladen und empfangen wollen. 

Ohne etwas dafür zu “machen”. Das berührt Schichten in uns, nicht zu genügen bzw. etwas darstellen zu müssen, um den Mann zu bedienen in seinen Wünschen und Phantasien. 

Der Mann möchte meist viel zu schnell in die Vagina eindringen und direkt in die Phase der Penetration gehen – das alte “Rein und Raus-Spiel” ;). Die sensiblen Wände der Vagina brauchen Zeit um sich auf den Penis einzuschwingen und sich zu öffnen. Wenn diese Phase keinen Raum bekommt entwickelt der weibliche Körper in der Vagina eine Art Schutz vor dem Penis. Was bedeutet, dass diese Schutzschicht die sensiblen Empfindungen verhärtet und die Frau dadurch immer weniger fühlt. 

Aus diesem Grund entwickelt die Frau ebenfalls eine zu starke Aktivität und bewegt das Becken oft mechanisch, um überhaupt irgendetwas zu fühlen. Sie fängt an Sex “machen” zu wollen – ganau wie der Mann.

Es scheint eine akzeptable Lösung zu sein für Mann und Frau. Doch braucht es Achtsamkeit und den Mut, wie ein Spurensucher die verlorenen Sensoren und abgestumpften Empfindungen wieder aufzusuchen, um die ganze Fülle in der Begegnung von männlichem und weiblichem Körper zu entdecken und zu kultivieren.

Versuche also mal dich ganz darauf einzulassen, in einem entspannten und empfänglichen Zustand zu verweilen, ohne der Gewohnheit zu folgen dich zu viel zu bewegen. Weise die Gewohnheit und den Trieb zurück aktiv werden zu müssen, um etwas spannendes und befriedigendes zu erleben. Vertraue darauf, dass es wunderbar ist aus dem Automatismus auszusteigen und neue Erfahrungen zu machen, die dich in deiner Tiefe berühren und in denen alle Anstrengung von dir abfallen kann.

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Entspanne deine Vagina

Beim Sex ist es eine Wohltat für die Frau wenn sie die Vagina sich Weiten und entspannen lässt – durch die Kraft der eigenen Aufmerksamkeit. Spüre ins Gewebe der Vaginalhöhle bis hinein in die zelluläre Ebene. Entspanne in der bewussten Qualität der “Leere” einer rezeptiven, einladenden Vagina. Dies stärkt die positive, aktive “Fülle” des Penis in der Vagina. Versuche mal während der ganzen Zeit des Liebemachens damit in Verbindung zu bleiben. Die Wonne dieses störmens im Körperinneren ist weit entfernt von den

Sinnesreizen, die wir normalerweise mit Sex verbinden. 

Es ist nicht nötig, dass die Vagina den Penis fest und eng umschließt. Im Gegenteil: um die strahlende Energie, die vom Penis ausgeht zu spüren ist es wesentlicher, dass die Vagina weich und geschmeidig ist. Das kann sie nur im Zustand der Entspannung sein.

Ich fühle nichts beim Slow Sex

Erinnere dich an die erste Übung in diesem Artikel: Starke physische Reibung erzeugt Taubheit im Gewebe. Genau das ist der Grund, warum du in deiner Vagina nichts oder wenig spürst, wenn keine aktive Stimulation da ist. Das mag anfänglich eine Verunsicherung oder sogar Erschrecken auslösen. Aber du kannst beruhigt sein und vertrauen, dass diese taube Gewebe wieder belebt werden kann und deine natürliche Sensibilität zurückkehrt.

Dazu ist es wichtig mit Geduld und Achtsamkeit diese “toten Stellen” zu berühren und  genau dort anwesend zu bleiben. Folge nicht der Versuchung durch aktives tun, schnell etwas ändern zu wollen. 

Vertraue und freue dich daran, dass du wieder in den Genuss kommst in vollständiger Empfänglichkeit die zarten Strömungen zwischen Vagina und Penis zu erleben.

Wenn du eine taube Stelle in deiner Vagina wahrnimmst, dann kannst du deinen Partner bitten, mit seinem Penis dort zu verweilen. Dann bringt ihr beide eure Aufmerksamkeit an diesen Ort und so kann die Taubheit langsam schmelzen. Manchmal ist es sogar so, dass sich hinter so einem tauben Ort emotionaler Schmerz gesammelt hat. Dieser wird durch deine Aufmerksamkeit wieder erweckt und kann jetzt bewusst gefühlt werden und damit zu deiner Heilung beitragen.

Die Brüste als Schlüssel zur sexuellen Energie

Im Tantra gibt es das Wissen darum, dass der aktive (gebende) Pol bei der Frau in den Brüsten wohnt. Dieser Pol steht in Zirkulation mit dem passiven (empfangenden) Pol der Vagina. Die Energie strömt immer vom aktiven zum passiven Pol.

Deshalb ist es wichtig die Brüste zu Beginn des Liebesspiels durch Aufmerksamkeit und Berührung in den Fokus zu stellen. Über die Brüste wird sich dein Herzzentrum öffnen und stärken. Dieses Zentrum ist die Quelle eines erfüllten Liebe Austausches zwischen Mann und Frau. Wenn die Energie in deinen Brüsten fließt, geben sie die Signale an deine Vagina, sich zu öffnen und den Penis zu empfangen. 

Du kannst zum Beispiel deinen Partner bitten, deine Brüste zu Küssen und mit seinen Händen zu halten. Dies kann dich dabei unterstützen deine Aufmerksamkeit in deinen Brüsten sanft zu halten.

Beim Liebe machen wirst du es immer wieder vergessen, mit der Aufmerksamkeit in deinen Brüsten zu verweilen. Deshalb erinnere dich daran, mit deiner sanften, entspannten Aufmerksamkeit immer wieder in deine Brüste hinein zu spüren. Du wirst früher oder später eine große, liebende Kraft dort spüren und den Sex mit deinem Partner viel tiefer genießen können.

8 Tipps die du als Frau sofort anwenden kannst um Slow Sex zu üben

  1. Nimm dir Zeit für das Liebesspiel; erlaube dir Langsamkeit
  2. Bringe deine Aufmerksamkeit in deine Brüste in deinen positiven, gebenden Pol
  3. Entspanne die in den Moment hinein (du kannst deinen Körper abscannen, wo Anspannungen sitzen und diese bewusst entspannen)
  4. Atme immer mal wieder tief in deinen Bauch hinein. Das verteilt die sexuelle Energie und hilft dir Anspannungen loszulassen.
  5. Erlaube deiner Vagina sich zu öffnen und zu weiten, so können die Energien vom Penis besser aufgenommen werden. 
  6. Halte ab und zu Augenkontakt mit deinem Partner. Dies wird dein Vertrauen und deine Aufmerksamkeit stärken.
  7. Entspannte besonders deine Vaginalmuskeln. Langsame, achtsame Bewegungen können dabei helfen. Schnelles vor- und zurück bewegen des Beckens bringt oft mehr Anspannung und schiebt den Penis eher aus der Vagina heraus, als dass er tief eindringen kann.
  8. Sprich mit deinem Partner darüber, was du gerade in diesem Moment empfindest. Frage auch Ihn, was er empfindet. Das stärkt die Verbindung und Achtsamkeit.

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Slow Sex – das gemeinsame Anliegen nähren

Verabredungen zum Liebe machen

Es erscheint vielleicht erstmal unromantisch Verabredungen für Sex zu machen, da Sex ja etwas spontanes sein soll – aber das sehen wir ganz anders. Heutzutage sind die meisten Menschen sehr beschäftigt, der Terminkalender ist voll. Da hat die Zeit zum Liebe machen kaum Platz.

Deshalb unser Rat, macht euch Termine in eurem Terminkalender zum Liebe machen! Die Zeitfenster sollten mindestens 2-3h sein, damit keine Hast aufkommt. Und wenn es zu einem verabredeten Termin nicht zum Sex kommt, dann ist das auch nicht schlimm. Vielleicht ist auch ein Gespräch dran gewesen, oder einfach nur ein bisschen kuscheln…

Der Lehrer ist nach dem (Slow) Sex

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Frau und Mann sind energetisch verschieden

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